Get to Know: Lana McDonagh

Erste Komposition für Sonoton: 2022

Anzahl der Tracks bei Sonoton: 47

Anzahl der Alben bei Sonoton: 8

Von preisgekrönten Filmmusiken über Lyrik bis hin zu experimentellem Pop: Lana McDonagh hat sich bei der Erkundung unterschiedlichster Kunstformen stets von ihrem ausgeprägten kreativen Instinkt leiten lassen.

Ob sie Musik für Film und Fernsehen komponiert, gemeinsam mit den Manic Street Preachers auftritt oder Notizbücher mit Gedichten füllt, die später zu Songs werden – Lanas Arbeit folgt immer demselben Prinzip: Sie verfolgt Ideen, wohin auch immer sie sie führen.

Für jemanden, dessen Musik bereits in Produktionen wie Black Mirror, Emily in Paris, You und Civil War zu hören war, war Production Music ursprünglich nicht Teil eines großen Karriereplans. Tatsächlich ergab sich dieser Weg eher zufällig.

„Ich spielte in Bands und jonglierte ständig mit verschiedenen Jobs, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren“, erzählt sie. „Damals schien es ein völlig unrealistischer Traum zu sein, mit dem Schreiben von Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen.“

Dieser Traum nahm erste Formen an, als sie eingeladen wurde, an einem KPM-Library-Album mitzuarbeiten. Später führte sie ein Zufall dazu, sich auf eine Stelle in der Sony-Abteilung von KPM zu bewerben. Dadurch erhielt sie einen Blick hinter die Kulissen eines der angesehensten Production-Music-Kataloge der Branche. Während sie sich von der Creative Assistant zur Producerin hocharbeitete, schrieb sie abends ihre eigene Musik und beendete ihre Sessions oft weit nach Mitternacht, bevor sie am nächsten Morgen früh mit dem Zug nach London zurückfuhr. Dieses feine Gleichgewicht zwischen Disziplin und Neugier prägt ihre Arbeit bis heute.

„Ich liebe es, dass Production Music einen nie dazu zwingt, sich auf ein einziges Genre festzulegen“, erklärt sie. „An einem Tag schreibt man Folk, am nächsten Punk, Ambient oder cineastische Trailer-Pop-Songs. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.“

Diese kreative Freiheit steht jedoch im starken Kontrast zum Leben in einer tourenden Band.

Als Gründerin der experimentellen Popband Troves und gelegentliche Gastsängerin bei den Manic Street Preachers kennt Lana beide Welten genau. Live-Auftritte bieten ihrer Meinung nach einen unvergleichlichen Adrenalinkick, doch das Songwriting im Bereich Production Music ermöglicht es ihr, sich ganz auf das zu konzentrieren, was ihr am meisten Freude bereitet.

„Einfach schreiben, schreiben, schreiben zu können und die Musik anschließend Menschen anzuvertrauen, die sie unterstützen, vermarkten und in die Welt hinaustragen – das ist ein unglaubliches Gefühl.“

Auch außerhalb der Musik findet ihre Kreativität Ausdruck, insbesondere in der Lyrik und Malerei. Die Grenzen zwischen ihren unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen sind dabei nahezu unsichtbar. Inspiration kann sich frei in diejenige Form verwandeln, die ihr gerade am besten entspricht. Ein Beispiel dafür ist ihr erster Gedichtband Hope is a Silhouette, der 2022 veröffentlicht wurde.

„Manchmal kommen die Worte vor der Melodie, dann wird daraus ein Gedicht. Manchmal entsteht zuerst die Melodie, und der Weg führt zu einem Song. Es kommt alles aus derselben Quelle.“

Anstatt Ideen in einen festen Prozess zu pressen, lässt sie bewusst Raum für Zufälle. Das kann eine schnell ins Handy geschriebene Zeile sein, eine unerwartete Akkordfolge oder eine Melodie, die plötzlich und ohne Vorwarnung auftaucht.

„Oft sind es die Songs, die man in zehn Minuten schreibt, die einen ein Leben lang begleiten.“

Diese Herangehensweise spiegelt ihre gesamte Karriere wider. Ob sie für Film und Fernsehen komponiert, mit legendären Musikerinnen und Musikern zusammenarbeitet oder Gedichte veröffentlicht – Lana hat nie versucht, sich auf eine einzige Identität festzulegen. Stattdessen folgt sie dem, was sich kreativ ehrlich anfühlt.

Vielleicht gehört genau das zu den wichtigsten Lektionen, die sie von den Manic Street Preachers gelernt hat.

„Sie hatten nie Interesse daran, sich zu wiederholen“, sagt sie. „Langlebigkeit entsteht dadurch, dass man neugierig und rastlos bleibt.“

Für eine Künstlerin, deren Karriere bereits Komposition, Songwriting, Literatur und bildende Kunst umfasst, scheint Lana nicht nur ihre persönliche künstlerische Philosophie gefunden zu haben, sondern auch ein Leben, das Platz für all diese Ausdrucksformen und noch vieles mehr bietet.

Ausgewählte Diskografie:

Musik plaziert in:

  • Black Mirror
  • Emily in Paris
  • Absolution
  • You
  • Civil War

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